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Nachqualifikation von Informatiklehrern (Gymnasium)
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Informatik nach dem neuen Lehrplan unterrichten ?
Haben Sie Interesse mit Informatik ein Fach am Gymnasium zu unterrichten, welches anwendungsbezogen und zentral in der Informationsgesellschaft ist? Wollen Sie ein neues Schulfach am Gymnasium mitformen? Wollen Sie dazu beitragen, dass die Mehrheit der Gymnasiasten Informatik nicht mit Programmieren in Pascal gleichsetzt, sondern zu schätzen weiß, dass man mit informatischen Stukturierungs- und Modellierungstechniken auch viele Problemstellungen aus anderen Fächern lösen kann? Überlegen Sie sich an der Nachqualifikationsmaßnahme des Kultusministeriums teilzunehmen und nochmals für 2 Jahre ein bisschen Student zu sein?
Nochmals studieren?
Die Entscheidung ist sicherlich nicht einfach, da es schwer abzuschätzen ist, was einen erwartet. Und jeder kann sich ausrechnen, dass das Kennenlernen von Neuem nicht nur mit Freude, sondern auch mit Arbeit und einem hohen Zeitaufwand verbunden ist.
Lehrkräften ohne Fakultas Mathematik dürfte die Abschätzung besonders schwer fallen. Ihre Beteiligung ist besonders wuenschenswert, denn Informatik ist für alle wichtig, nicht nur für die Mathematiker. Sicherlich gibt es für diese Lehrkräfte eine besondere Unterstützung, z.B. einen Vorbereitungskurs in Dillingen. Jedoch sollte eine Freude am logischen Denken vorhanden sein, denn viele Sachverhalte lassen sich durch formale Beschreibungen wesentlich exakter festlegen - sogar so exakt, dass Maschinen ohne Gehirn Anweisungen abarbeiten können - als durch rein verbale Beschreibungen in deutscher Sprache.
(Eine Teilnehmerin formulierte es noch ein Stück direkter: ein "Nicht-Mathematiker", der zwar gerne mit dem Computer arbeitet, aber ansonsten kein Interesse an mathematischen Fragestellungen und Denkansätzen hat, sollte das Studium lieber nicht anpacken!)
Am 14 April wurde vom Kultusministerium ein Informationsschreiben über die Rahmenbedingungen des Nachqualifikationskurses verschickt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Schulleiter. Eine Anmeldung ist nicht direkt an der Universität möglich, sondern sie muss über den Dienstweg an das Kultusministerium weitergegeben werden. Der Anmeldeschluss ist der 21. Mai 2004. Bei Fragen zur Anmeldung sprechen Sie bitte Ihren Schulleiter auf das kultusministerielle Schreiben an bzw. wenden Sie sich an die in dem Schreiben angegebene Ansprechpartnerin.
Bitte beachten Sie, dass der SIGNAL Kurs 04/06 letzmalig (!!) angeboten werden wird. Für die Zukunft sind keine weitere unterstützende Maßnahmen geplant, die Fakultas Informatik zu erhalten. (Jeder kann es sich selbstverständlich im Eigenstudium erarbeiten.)
Eine Informationsveranstaltung findet statt
am Mittwoch den 12.5.04 um 16.30 Uhr
im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München,
Raum B.09 (neben der Universitätsbibliothek *),
Geschwister-Scholl-Platz 1,
80539 München
*) Bitte wenden Sie sich unmittelbar nach Betreten des Haupteingangs nach links, gehen Sie durch die Glastür, folgen Sie dem Gang entlang der Hörsäle 147 und 146, gehen Sie die gerade Treppe (nicht die Wendeltreppe rechts davon) hinauf, durch die Glastür auf der linken Seite der Treppe und geradeaus. Sie treffen dann direkt auf Raum B.09.
Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen?
Im folgenden sind einige Erfahrungen und Gedankensplitter von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten beiden SIGNAL Kurse und deren E-Mail aufgelistet. Dies soll dazu beitragen, dass Sie sich vor Ihrer Entscheidung ein fundiertes Meinungsbild verschaffen können. Zu organisatorischen Fragen informieren Sie sich bitte zunächst ausführlich auf dieser homepage bzw. durch eine Anfrage per E-Mail an Peter Brichzin. Schicken Sie eine E-Mail an eine der Teilnehmerinnen bzw. einen der Teilnehmern nur dann, wenn nach allen Recherchen noch Fragen übrig geblieben sind.
Günther Kühlewind (M/Ph)
- Meine Gründe für das Studium: Ich unterrichte Informatik (bzw. das, was man in der Schule als Informatik bezeichnet) schon bisher sehr gern. Die Nachqualifikation bietet mir nun die Möglichkeit, fundiertes Grundwissen dazu zu erwerben. Und es bietet mir den unschätzbaren und zutiefst befriedigenden Vorteil, weit über meinen Tellerrand des Schulalltags hinausschauen zu können.
- Die Unterstützung durch unseren Tutor ist hervorragend und auch persönlich angenehm. Die Aufbereitung der bisher verwendeten Lernmodule ist zu einem großen Teil ebenfalls sehr gut.
- Seit Jahren gebe ich Informatikunterricht und erstelle autodidaktisch Unterrichtsprogramme; zudem ist mir die Formelsprache der Mathematik vertraut. Trotzdem ist der Aufwand an Zeit und Kraft zum Teil enorm. Meine Vorkenntnisse entlasten mich dabei nur bei relativ kleinen Bereichen.
- Fazit: Ich habe es bisher noch keinen Tag bereut, mich für diese Nachqualifikation gemeldet zu haben. Und da der Zeitrahmen der hohen Mehrbelastung begrenzt und absehbar ist, kann ich nur alle Zögernden ermutigen, es auch zu versuchen.
Erica Stöhr (M/Ph)
- Zunächst empfinde ich es als Auszeichnung, zum Nulltarif noch einmal ein Studium durchziehen zu dürfen! Ich bin auch jetzt im 2. Semester nach wie vor begeistert. Das Studium ist sehr interessant, macht Spaß und erweitert den Horizont gewaltig.
- Die Betreuung durch den Tutor ist vorbildlich und sehr fürsorglich, die Korrektoren sind ebenfalls sehr engagiert.
- Natürlich ist das Studium mit einer zeitlichen Zusatzbelastung verbunden und man muss schon sehr diszipliniert sein um Schule und Studium (und Familie) unter einen Hut zu bringen. 2 Stunden Entlastung im ersten Jahr bringen ja nicht wirklich viel, noch dazu, wo ja jetzt das Stundenmaß heraufgesetzt wird. Schulische Belastung sollte man so weit wie möglich reduzieren.
- Man lernt Gleichgesinnte kennen und die Zusammenarbeit klappt auch außerhalb der Präsenztage wunderbar.
Peter Szilassy (E/WR)
- Warum nochmal studieren? - Warum eigentlich nicht! Es dürfte wohl nicht allzu oft vorkommen, dass man die Chance bekommt, in ein völlig neues Unterrichtsfach einzusteigen, und es mehr oder weniger von Anfang an mit zu erleben und sicherlich auch mit zu gestalten. Und eine Erweiterung des eigenen Horizonts über die "normalen" zwei Fächer hinaus schadet wohl auch nicht...
- Wie viel Arbeit macht das? - Ehrlich gesagt, eine Menge! Die Bearbeitung der wöchentlichen Übungsaufgaben, das Lernen des (doch recht umfangreichen) Stoffes, und die zusätzlich noch anfallenden Präsenznachmittage (ca. einmal pro Monat) fallen gewaltig ins Gewicht. Die Aussagen zum Zeitaufwand von wegen sieben bis elf Stunden pro Woche, zusätzlich zu den Präsenzveranstaltungen, halte ich für relativ realistisch - was gerade während Zeugniszeiten, Schulaufgabenphasen usw. gewaltig zu spüren ist!
- Packe ich das auch als Nicht-Mathematiker? - Ja, würde ich schon sagen. Man sollte natürlich kein grundsätzlich gespaltenes Verhältnis zu Zahlen und mathematischen Beziehungen haben. Allerdings fragt man sich, gerade als Nicht-Mathematiker, schon das eine oder andere Mal, vor allem bei den Übungsaufgaben, ob wir nicht vielleicht doch ein bißchen "angewandte Mathematik" betreiben; ich bin davon überzeugt, dass viele der Programmieraufgaben an nicht-numerischen Beispielen genauso gut (oder besser?) geübt werden könnten.
- Wie sieht's mit der Betreuung aus? - Nach meiner persönlichen Erfahrung: sehr gut! Ein Tutor, der wirklich fast rund um die Uhr, einschließlich Wochenende, erreichbar ist (und sei es wirklich mal "nur" per E-Mail), sich Mühe gibt, den teilweise doch recht zähen Stoff gut aufbereitet, sowie das Korrektur-Team an der LMU mit gut nachvollziehbaren Lösungs- und Verbesserungsvorschlägen zu den Aufgaben helfen schon gewaltig.
Herbert Zollner (M/Ph)
- Zunächst empfinde ich es als Auszeichnung, zum Nulltarif noch einmal ein Studium durchziehen zu dürfen!
- Mir macht das Studium Spass, weil ich ein neues Schulfach mitgestalten kann.
- Aus dem Schullalltag herauszugehen, neues zu Lernen war für mich die Motivation.
- Der hohe Arbeitsaufwand und die erforderliche Selbstdisziplin trüben den oben angesprochenen Spass kaum.
- Da ich schon immer gerne programmiert habe, sind die Vertiefungen, die das Studium liefert, sehr interessant für mich.
Markus Schlager (M/Ph)
- Nun, auch nicht ganz uninteressant ist es, wieder einmal Unterricht aus Schülersicht zu erleben. Bei 20 Kollegen in der Schulbank passiert genau das gleiche wie in einer 'normalen' - nicht unbedingt eine ganz einfachen - Schulklasse.
- Die Hauptkunst ist wohl die zeitliche Organisation des eigenen Studiums. Es i s t Mehrarbeit.
- Das spätere Unterrichten ist allein schon insofern recht spannend, als man gar nicht anders kann, als fächerübergreifend zu arbeiten.
- Vertrautheit mit mathematischen Denkweisen schadet nicht, wie mir überhaupt scheint, dass das Fach Informatik von der Idee her über weite Strecken ein Mathematik- (kein Rechen-) unterricht mit anderen Mitteln ist: Problemlösen ohne die Beschränkung auf ein genau abgestecktes Spielfeld wie in der Mathematik.
- Rechner sind ganz bestimmt nicht meine große Leidenschaft, aber Informatik ist schließlich mehr als nur Tastaturgeklapper.
- Grundsätzlich muss ich sagen, dass es mir sehr gut tut, auch selber wieder etwas zu lernen, nicht nur zu lehren. (Der Blick auf die rasanten Entwicklungen in der Informatik legt nahe, dass man sich mit dem Fach ziemlich intensiv auf lebenslanges Lernen einlässtt.)
Bernd Pütz (M/Sp)
- Ich finde es interessant und aufbauend, noch ein neues Fach dazu zu lernen; als Sportlehrer eine Art Versicherung, in höherem Alter nicht zuviel Sport geben zu müssen.
- Als "junger" Mathematiklehrer mit wahrscheinlich sowieso Informatik-Verpflichtung gibt das Studium die Möglichkeit, das zu gebende Fach fundiert zu erlernen.
- Als Familienvater ist das Studium eine extrem hohe zusätzliche Arbeitsbelastung!
Schon einmal hineinschnuppern ?
Anbei zwei Kapitel aus dem Studienmaterial zu Datenbanken. Das Studienmaterial wurde im Rahmen des Nelli Projekts an der Uni-Passau von StR Stefan Winter speziell für eine Lehrernachqualifikation entwicklet.
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